Von Patrick Körber
In der vergangenen Woche kämpfte sie noch mit ihrer Stimme, doch bei ihrer Interpretation des Songs „Ain’t Nobody“ von Chaka Khan war die Stimme voll da. Die 18-jährige Jennifer Braun aus Eltville hat am Dienstag Abend das Viertelfinale in der ProSieben-Casting-Show „Unser Star für Oslo“ erreicht. Fünf von sechs Kandidaten haben nun einen weiteren Schritt Richtung Eurovision Song Contest in Oslo gemacht. Bis zuletzt musste Jenny zittern, ob genug Zuschauer für sie angerufen haben.
Mit strahlendem Lächeln, voluminöser Stimme und blauer Mütze präsentierte die Oberstufenschülerin, die die Obermayr-Schule in Wiesbaden besucht, den 80er-Jahre-Klassiker, von dem Jury-Vorsitzender Stefan Raab zwar dachte, ihn nicht mehr hören zu können. Doch schnell relativierte der Fernsehmoderator seine Vorurteile: „Hier hat’s mich wieder gepackt.“ Und sein welkes Fleisch habe am Körper vibriert.
„Unglaublich gut“
Rea Garvey, Frontmann der Band Reamonn und einer von drei Jurymitgliedern, war voll des Lobes: „Unglaublich gut.“ Jenny habe jeden Ton einwandfrei getroffen. Und Garvey erzählte, dass er Jenny schon mal auf dem Schlossfest in Frankfurt-Höchst gehört habe. „Das Publikum war hypnotisiert“, erinnerte er sich. Soul-Sängerin und Jurorin Joy Denalane hat bei Jennys Darbietung „sehr gut gefallen, dass Du (Jenny) den Song zu Deinem gemacht hast“.
„Total peinlich“ ist Jenny indes ein Interview-Versprecher. So hatte sie im Vorfeld der Sendung mutmaßt, dass Kandidat Leon Taylor aus dem südhessischen Dietzenbach, der diesmal ausschied, den Song „30 Zentimeter“ singen wird. Tatsächlich heißt der Hit von „Clueso“ aber „Keinen Zentimeter“.
Mutter: Wie nach einer Geburt
Keinen Zentimeter Zweifel hatte Jennifers Vater Dieter am Dienstag, dass seine Tochter es in die nächste Runde auf dem Weg nach Oslo schafft. Er hat’s richtig krachen lassen und mit rund 100 Freunden und Bekannten den Auftritt seiner Tochter in Wiesbaden gefeiert. Mutter Yvonne blieb zuhause und drückte ihrer Tochter im kleineren und ruhigeren Kreis die Daumen. Nach dem die Entscheidung gefallen war, sagt Yvonne Braun: „Ich bin überglücklich. Es fühlt sich an wie nach einer Geburt.“
Nervosität habe sie Jenny nicht angesehen: „Meine Tochter würde lebenslang umsonst auftreten, um auf der Bühne zu stehen.“ Auf der Bühne steht Jennifer Braun bereits wieder am kommenden Freitag, 5. März, wenn das Viertelfinale um 20.15 Uhr live in der ARD übertragen wird.

Schnell und in Ordnung
Verdammt schnell online gestellt, Respekt. Und auch die Berichterstattung ist in Ordnung. Ist "30 Zentimeter" nicht ein Karnevallied?