Von Patrick Körber
Jenny Braun weiß, am Freitagabend wird es eng. „Es geht ans Eingemachte.“ Sie hat vier Mitbewerber, die ebenfalls einen weiteren Schritt in Richtung Eurovision Song Contest in Oslo machen wollen. Die 18-jährige Schülerin aus Eltville tritt am Freitag im Ersten (20.15 Uhr) bei der Castingshow „Unser Star für Oslo“ an. Viertelfinale. Ein Kandidat fliegt raus. Jenny hofft, natürlich, dass sie weiterkommt. „Alle sind so gut, dass jeder rausfliegen kann.“
Es kommt auf den Song an
Sie muss die Herzen von Millionen von Fernsehzuschauern gewinnen. Erst wenn genug für Jenny anrufen, schafft sie es ins Halbfinale. Einerseits spricht sie von „Glücksache“, doch „es kommt auch auf Sympathie und Songauswahl an“, ist sich die Rheingauerin sicher. Weit weniger sicher ist sie sich aber, welcher Song beim Publikum ankommt. In der Live-Show am Dienstag hat sie den Chaka-Khan-Hit aus den 80ern „Ain’t Nobody“ interpretiert. Eine sehr bekannte und zigfach (nach)gespielte Nummer. „Wenn das Lied in der Disco gespielt ist, fangen alle an zu tanzen.“ Sie hat gemerkt, dass ihre Konkurrenten auch mit weniger bekannten und sogar selbst geschriebenen Songs weiterkommen.
Da sie heute Abend zwei Songs singen muss, habe sie sich für einen schnelleren und einen langsameren Titel entschieden. Eine der beiden Nummern werde unbekannter sein. Für welche Songs sie sich entschieden hat, verrät sie aber nicht.
Castingshow mit Wohlfühl-Faktor
Die ganze Woche hat Jenny in Köln verbracht, von wo die Sendungen ausgestrahlt werden. Man hört, sie fühlt sich wohl. Zu den Mitbewerbern für den Eurovision Song Contest Christian Durstewitz, Kerstin Freking, Lena Meyer-Landrut und Sharyhan Osman hat sie ein gutes Verhältnis. „Wir sind voll auf einer Wellenlänge.“ Sie verbringen auch ihre Freizeit in Köln miteinander. Einen freien Tag gab’s am Mittwoch, da kamen auch die Eltern Dieter und Yvonne Braun vorbei, um ihre Tochter im Hyatt zum Shoppen abzuholen. „Sie hat nicht genug zum Anziehen mitgenommen“, erzählt Vater Braun und deutet gutgelaunt Großzügigkeit an. Gestern hieß es für sie: „Proben, proben und proben. Video drehen. Und danach wieder proben“, lacht Jenny. Sie genießt die Rundum-Betreuung des Produktionsteams. „Wenn man sich unwohl fühlt, macht einer Besorgungen in der Apotheke. Wir werden überall hingefahren, und wir haben sehr gute Hotelzimmer“, freut sich die Elftklässlerin, die für ihren Ausflug ins Showbiz von der Schule freigestellt ist. Sie betont den Wohlfühl-Faktor so, weil sie es auch anders erlebt hat.
Sie hatte sich nämlich bei der noch laufenden Staffel der RTL-Show „Deutschland sucht den Superstar“ beworben und es unter die letzten 60 geschafft. „Es war nicht schön“, sagt Jenny heute. Rausgeflogen ist sie, weil sie mit „zu wenig Gefühl“ gesungen habe. Doch war das ihres Erachtens nicht der einzige Grund: „Ich habe zu wenig vor der Kamera erzählt.“ Das Preisgeben ihres Privatlebens liegt Jenny nicht. Allein schon der RTL-Fragebogen brachte sie auf. Ob schon Bilder von ihr veröffentlicht wurden, sie Tatoos am Körper hat oder sich einer Schönheitsoperation unterzogen hat, will der Sender von den Kandidaten wissen.
