HEIMATGEMEINDE Party am Freitagabend
(bad/bm). Ein Ticket nach Oslo hat Bürgermeister Patrick Kunkel noch nicht gebucht. Und auch nach Köln will er nicht reisen. Kunkel fiebert in Eltville mit Finalistin Jennifer Braun mit. Die Stadt will am Freitag eine Voting-Party mit Video-Leinwand, Disco und Moderation für ihre inzwischen deutschlandweit bekannte Bürgerin ausrichten. Die Party beginnt morgen um 19 Uhr in der Turnhalle der Freiherr-vom-Stein-Schule, Adolfstr. 22, in Eltville. Der Eintritt ist frei. Nach dem Finale "gibt es hoffentlich eine große Gewinner-After-Show-Party für Jenny", so Kunkel. Den Bürgermeister würde es nicht wundern, wenn bald der erste Jenny-Wein in Eltville gekeltert wird. Jedenfalls sieht er gute Chancen, dass die Eltvillerin Deutschland beim Eurovision Song Contest in Oslo vertritt. "Sie hat was Erfrischendes", findet der Bürgermeister, dessen Töchter die Blitzkarriere der 18-Jährigen ebenfalls aufmerksam mitverfolgen. "Die Stadt ist stolz auf Jenny, wird sich aber auch nicht anbiedern", will Kunkel ansonsten den Ball aber eher flach halten. Den für Freitag geplanten Empfang für Jenny, der nun wegen der Finalteilnahme verschoben werden muss, wird die Stadt nachholen.
Auftritte im Rheingau?
Wird Jennifer Braun mit ihrer Band "Rewind" die schon vereinbarten Auftritte im Rheingau noch einhalten können, da sie doch jetzt schon bundesweit bekannt ist und vielleicht den Sprung nach Oslo schafft? Werner Rogler, Leiter der Gutenberg-Realschule ist sicher, dass die 18-Jährige ihrer alten Schule, wo sie die Mittlere Reife gemacht hat, keinen Korb geben wird. Der Auftritt der Band soll am 30. Juni ein Höhepunkt bei der Feier des 150. Geburtstags sein. "Ich hoffe, dass sie am Freitag gewinnt", drückt ihr Michelle Wölfinger, stellvertretende Schulsprecherin, ganz fest die Daumen. Viele Schüler kennen Jenny noch persönlich. In der Schule hängen viele Plakate "Vote for Jennifer Braun".
Für die Kerb gebucht
Der Rauenthaler Traditions- und Kerbeverein sei "völlig aus dem Häuschen", berichtet Schriftführer Michael Klein. Denn Anfang des Jahres hat der Verein Jennifers Band für das Rauenthaler Weinfest im August gebucht. "Jeder kennt sie oder kennt jemanden, der sie kennt", sagt Klein. Vorsitzender Theo Wölfel kann es gar nicht abwarten, die Band mit ihrer Frontsängerin am 21. August auf der Rauenthaler Kerb ansagen zu können. "Und das vielleicht sogar mit einer `Eurovision Song Contest´-Gewinnerin an vorderster Front".
Der Wallufer Jugendpfleger Martin Biehl hat beobachtet, dass Jenny ein Gesprächsthema bei vielen Rheingauer Jugendlichen ist. Dabei spiele der Lokalpatriotismus eine Rolle, aber auch die Erkenntnis, dass Jugendliche durch ihre Leistungen als Person wahrgenommen werden. "Das gibt vielen Hoffnung", sagt Biehl.
Oma Roswitha Wehle ist gestern für ihre Tochter Yvonne Braun eingesprungen. Jennys Mutter hatte keine Stimme mehr, so viele Anfragen von Radio- und Fernsehsendern musste sie beantworten.

