Von Felix Hooß
Als der ganze Rummel vorbei war, hatte Jennifer Braun nur noch einen Wunsch: „Ich hab schon lange nicht mehr gefeiert. Seitdem das hier angefangen hat, habe ich mich nicht getraut“, sagte die 18-jährige Schülerin aus Eltville. „Aber heute will ich einfach noch nicht ins Bett, auch wenn ich total müde bin. Ich will den letzten Rest auskosten und mitnehmen.“
Feiern statt Trübsal blasen lautete das Motto der Finalistin der Casting-Show „Unser Star für Oslo“ (kurz: USFO), die sich in der letzten Runde vor einem Millionenpublikum Lena Meyer-Landrut aus Hannover geschlagen geben musste (Hier geht's zum LIVE-TICKER zum Nachlesen).
Dickes Lob von Raab: Werden noch etwas von Jenny hören
Natürlich richteten sich die meisten Augen an diesem Abend auf Lena, die Deutschland am 29. Mai in Oslo beim Eurovision Song Contest repräsentieren darf. Dennoch: Jury-Präsident Stefan Raab hatte, nachdem um kurz nach halb elf Uhr abends die Entscheidung durch das Votum der Fernsehzuschauer gefallen war, auf der Bühne zunächst die Hessin umarmt und auch hinterher viele tröstende Worte für Jenny gefunden: „Jennifer hat mich heute Abend unglaublich beeindruckt, weil sie niemals aufgegeben hat, wie auch schon in den vergangenen Wochen“, sagte Raab. „Sie hat heute eine fantastische Performance abgeliefert.“
Lena fährt mit dem Lied „Satellite“ nach Oslo, doch Raab ist sich sicher, „dass wir von Jennifer noch etwas hören werden“. Mit beiden so unterschiedlichen Finalistinnen hätte man sich dem europäischen Musik-Vergleich stellen können, dass die Wahl nun auf Lena Meyer-Landrut fiel, sei „eine geschmäcklerische Entscheidung des Publikums. Es ist keine rausgeflogen, weil sie die Schwächere ist“, sagte Raab.
Alles gegeben vor 4.500 zuschauern
Von Enttäuschung war daher auch bei Jennifer Braun keine Spur. Der Maßstab, den sie bei sich selbst in all den Wochen von der Auswahl aus 4.500 Musikern bis zum Finalauftritt anlegte, hieß: alles geben. Und dem wurde sie mit ihren insgesamt vier Auftritten an dem Abend im TV-Studio in Köln-Mülheim gerecht. „Ich bin zufrieden mit mir“, verkündete sie hinterher selbstbewusst. „ Bei ‚I care for you‘ waren ein, zwei Töne dabei, die ich hätte besser singen können, aber dafür habe ich die Bühne noch mal genutzt, habe gerockt, habe das gemacht, was ich gefühlt habe und kann nicht an mir rummeckern.“
Mit Stolz hatte die 18-Jährige zur Kenntnis genommen, dass in ihrem Heimatort alle aus dem Häuschen waren und sie „Eltville ein bisschen berühmt machen konnte“. Eine siebenköpfige Delegation aus der Heimat (Mutter Yvonne, Vater Dieter, Tante Vanessa und ihr Freund Sebastian, Großtante Gaby, Großonkel Thomas und Jennys Bekannter Chris) hatte Jenny bei ihrem letzten Auftritt begleitet. Dieter Braun war sichtlich stolz auf die Leistung seiner Tochter. Nach dem Ende der Show war Jenny zu ihm gekommen und hatte gesagt: „Gell, du bist stolz auf mich.“ Seine Antwort: „Ich bin begeistert, was du da abgeliefert hast.“


Daumen hoch!
All Probs to mohooss.